Ensemble und Identität
Das Projekt liegt in der Kernzone von Aeugst am Albis, welche sich durch ihre historisch gewachsene Struktur mit offenen und durchgrünten Zwischenräumen auszeichnet. Punktbauten und längliche Ökonomiegebäude folgen in lockerer Abfolge dem unregelmässigen Strassenverlauf. Der Projektperimeter wird durch die benachbarte Kirche, das Pfarrhaus sowie das bestehende Vielzweckbauernhaus als identitätsprägende Zeitzeugen geprägt.
Das bestehende Ensemble wird mit drei Neubauten in Holzbauweise ergänzt und sanft verdichtet. Diese nehmen Körnung, Massstäblichkeit und Ausrichtung der gewachsenen Struktur auf und fügen sich selbstverständlich in den Siedlungskontext ein. Das zentral gesetzte Mehrfamilienhaus orientiert sich nach Südwesten und öffnet sich zum Freiraum zwischen Pfarrhaus und Kirche. Die beiden schopfartigen Einfamilienhäuser liegen entlang der Freihaltezone und formulieren einen offenen, durchlässigen Übergang zum Siedlungsrand. Das bestehende Bauernhaus aus dem Jahr 1860 wird durch den Rückbau späterer Stallerweiterungen auf seine ursprüngliche Gebäudestruktur zurückgeführt und zu Wohnraum umgenutzt. Die geschützte äussere Erscheinung wird dabei sorgfältig instandgesetzt. Die Neubauten nehmen sich mit ihren Holzfassaden sowie deren dunklen Farbgebung im historischen Ensemble bewusst zurück.
Freiraum
Die Freiraumgestaltung folgt einem naturnahen Ansatz. Offene Wiesenflächen mit Obstbäumen bilden das räumliche Grundgerüst. Ergänzend werden standortgerechte einheimische Gehölze sowie Staudenpflanzungen vorgesehen. Als Auftakt zur inneren Durchwegung des Areals entsteht an der Kreuzung von Chileweg und Allmendstrasse eine kleine, ortstypische Platzsituation, welche den Zugang zum Ensemble markiert und einen Aufenthaltsort schafft.
Energie und ZEV
Die Neubauten mit Giebeldach erhalten vollflächig integrierte Photovoltaikanlagen. Die Energieproduktion übersteigt den voraussichtlichen Bedarf der vier Gebäude. Alle Einheiten werden über einen ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) miteinander verbunden. Dadurch können Produktionsüberschüsse innerhalb des Areals verteilt und effizient genutzt werden (u.a. auch für E-Mobilität). Der Einsatz von Batteriespeichern erhöht den Eigenverbrauchsanteil zusätzlich. Perspektivisch besteht die Möglichkeit, weitere Gebäude aus der Nachbarschaft in den ZEV einzubinden und eine lokal vernetzte Energieversorgung zu bilden.